FOTOTIPPS

Etwas Grundsätzliches - fotografieren bedeutet nicht, Technik beherrschen, sondern Leben wahrnehmen.

 

Wenn Sie Ihre digitale Kamera kaufen, achten Sie bitte auf folgende Punkte:

a)  Das Zoom sollte kein digitales Zoom sein, sondern ein optisches Zoom. Die Abbildungsqualität ist bei einem optischen Zoom höher, da ein digitales

     Zoom nur den Ausschnitt eines Fotos darstellt.

b)  Die digitale Kamera sollte nur eine geringe Auslöseverzögerung haben. Es gibt Kameras mit relativ langer Auslöseverzögerung und man verpasst

     dann den richtigen Moment, da das Foto erst kurz nach dem betätigen des Auslösers gemacht wird.

c)  Beachten Sie, dass die Kamera eine Manuelle Einstellung hat, d.h. die Automatik kann abgestellt werden. Dadurch erhöhen Sie Ihren Gestaltungs-

     spielraum beim fotografieren ( z.B. beim Gegenlicht, Nachts, beim Blitzen etc.).

d)  Wenn es der Geldbeutel zulässt, dann kaufen Sie eine Kamera mit Wechselobjektiven ( gibt es für Sucherkameras und Spiegelreflexkameras ).

     Falls ein festes Objektiv vorhanden ist, dann sollte es einen recht großen Zoombereich haben. Sie erhöhen auch damit Ihren gestalterischen

     Spielraum.

e)  Achten Sie darauf, dass Sie keinen digitalen Sucher haben. Qualitativ sind diese schlechter als normale optische Sucher.

 

Welche Kamera soll ich kaufen?

Es spielt innerhalb einer Preisklasse keine große Rolle welche Kamera Sie kaufen. Die Modelle sind innerhalb einer Klasse alle auf gleich hohen Niveau.

Als Vergleich - vor ca. 13 Jahren habe ich mit dem Spitzenmodell von Nikon, der D1, Modeaufnahmen in Spanien gemacht. Die Auflösung betrug

ca. 2.5 MB, damals eine Meisterleistung für etwa 6.000,00 €. Heute haben die Kameras für ca. 400,00€ eine viel bessere Leistung. Es muß also nicht

ein teures Spitzenmodell sein um gute Fotos zu schiessen. Wäre es nur mit den heutigen Top-Kameras möglich, so gäbe es nicht die wirklich tollen Fotos von Adams, Avedon, Halsmann, Sudek, Watson, Newton, etc....Wenn Sie 800,00 € haben, kaufen Sie eine Kamera für 500,00 und gehen Sie übers Wochenende von dem Rest mit Ihrer Partnerin/Partner nach Paris und machen dort schöne  Fotos.

 

Bildbearbeitungsprogramme sind in unterschiedlicher Preisklasse verfügbar.

a) Gimp - ist ein frei verfügbares Bildbearbeitungsprogramm und kann kostenlos aus dem Netz heruntergeladen werden.

     Es erfordert allerdings (genau wie Photoshop) eine Einarbeitungszeit und Gewöhnung.

b) Günstig ist - Photoshop Elements - . Es hat fast alle Funktionen des professionellen Programms und ist für alles in der Bildbearbeitung zu nutzen. 

c) Photoshop - , der Klassiker und das am weitesten verbreitete Programm. Es ist recht teuer aber man kann eine frei verfügbare Ausgabe 

    bei Adobe herunterladen. Es ist das etwas ältere professionelle Programm CS2 und leistet gute Dienste.

 

Günstiger Einstieg in die Makrofotografie

Bei dem Einstieg in die Makrofotografie muß nicht unbedingt ein teures Makro-Objektiv gekauft werden. Es gibt die Möglichkeit   a) Vorsatzlinsen zu

kaufen (ab ca. 15,00 €),   b) Umkehrringe einzusetzen (ab ca. 20,00 €),   c) analoge Objektive zu benutzen (gebraucht kostengünstig z.B.im Internet)

d) oder mit Balgengeräten zu fotografieren (ab ca. 49,00 €).

 

Können analoge Objektive bei der Digitalfotografie genutzt werden ?

Es ist kein Problem auch analoge Objektive in der digitalen Fotografie einzusetzen. Voraussetzung ist, dass die Einstellung bzw. Bedienung im - Manuellen Modus - erfolgt. Die Schärfe muss ebenfalls von Hand eingestellt werden. Ich setze analoge Objektive bei meinen Nikon Kameras schon seit

Jahren problemlos ein und nach meinen Erfahrungen ist dies auch bei anderen Systemen teilweise oder auch ganz möglich. 

 

Richtige Belichtung.

Wie erreiche ich die richtige Belichtung ? Die Kamera misst nur Durchschnittswerte, so dass die dunklen, ebenso wie die hellen Motive falsch belichtet werden. Der sicherste Weg ist - ein Testfoto / oder auch mehrere -  zu machen. Wenn alles stimmt, können Sie loslegen. ( Ein Tipp vom Profi) !! Ich habe oft

Lichtsituationen aufgebaut, bzw. in Lichtsituationen fotografiert, bei denen ich nur für die Einstellung ( Blitz, Raumlicht, Tageslicht - alles zusammen, also Mischlicht) über eine Stunde gebraucht habe und  Testfotos gemacht habe um die richtige Lichtstimmung zu treffen. Der Nachteil, oder auch Vorteil eines Profis ist, er darf sich keine Fehler erlauben. Der Kunde zahlt viel Geld für ein perfektes Ergebnis, nicht für ein schlechtes.

 

Schärfe des Objektivs prüfen.

Eine einfache und sehr effektive Methode die Schärfe eines Objektivs zu prüfen ( z.B.vor dem Kauf ) ist folgende:

Sie befestigen an einer Wand in etwa Augenhöhe mehrere Zeitungsseiten nebeneinander so, dass sie etwa die Größe von 70cm x 100 cm haben.

Möglichst viel Text und keine Bilder. Dann stellen Sie die Kamera mitttels Stativ gegenüber dieser Anordnung soweit entfernt auf, dass Sie Format-

füllend den ganzen Zeitungstext abbilden (Zentralperspektive). Die Entfernung zur Zeitungsanordnung richtet sich dabei nach der Brennweite. Stellen Sie dann am Objektiv die Schärfe ein und nehmen Sie die offene Blende (z.B. 2,8) und machen eine Belichtung, die 2. Belichtung machen Sie mit Blende 8 oder 11 und die 3.Belichtung mit geschlossener Blende (z.B. 22). Die Kamera darf dabei nicht bewegt werden. Wenn Sie die 3 Belichtungen gemacht haben laden Sie sie auf den Rechner und wenn Sie dann die Vergrößerungen bei 100 % (Photoshop,Gimp etc.) ansehen, können Sie genau sehen ob das Objektiv in der Mitte sowie an den Rändern scharf zeichnet und ob eventuell Überstrahlungen, Vignetierungen etc. vorhanden sind. 

 

 

© 2020 by Manfred Schwellies, Fotokurs Essen, fotokurse (at) schwelliesfoto.com, Tel:     0172-6020967